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Weltzeit

Miss King-Size goes shopping

(oder müsste die emanzipierte Frau "Miss Queen-Size" sagen? *grübel*)

Es soll ja Menschen geben, die fröhlich frech und frei durchs Leben gehen, weil sie in allem das Positive sehen können. Ich versuch das jetzt auch mal. Ich mein, dass ich in den sechs Tagen Kinderklinik zwei Kilo abgenommen habe ist doch auch prima. Jetzt sind es nur noch 16 Kilo bis zum Wunschgewicht - Wenn das mal kein Grund ist shoppen zu gehn.

Nein, keine Angst, ich lass mich jetzt nicht über die unmodische Mode für Mollige aus, die da in den Kaufhäusern hängt (ich halt jedes Mal ausschau, ob es nicht als Give-Away noch ne Tüte in Tarnfarben gibt, die ich mir über den Kopf ziehen könnte, damit ich mich in Zukunft in Schwarz-Braunem-Sackgewand unentdeckt durch die Büsche pirschen kann).

Im Gegenteil. Ich find das toll, dass es für mich nichts zum Anziehen gibt. Immerhin spart das Geld. Vielleicht sollte ich mir ne Spardose aufstellen. Anstatt: Für jedes nicht gerauchte Päckchen Kippen am Tag fünf Euro ins Schwein - für jede schicke Hose, die es nur in Größe "Ich ess nen halben Apfel am Tag" gibt, 50 € ins Sparschwein. Und wenn ich genug Hosen zurück ins Regal gelegt habe, dann leiste ich mir einmal Fett absaugen. Das wär doch was, oder?

Oder ich leg mir n Schuhtick zu. Füßen und Schuhen ist das erbarmungslose Licht und die Spiegel mit Bindegewebeproblem ab Werk in Kaufhäusern ziemlich schnuppe. Aber dann wird das mit dem Fettabsuagen ja nix. Mh.

Egal. Think positive - dick sein macht reich.

 

12.9.07 10:27


Sehr geehrte Damen und Herren Krankenkasse,

das haben Sie wirklich clever gemacht. Muss ich schon sagen. Fast hätte ich Ihnen auch die Füße geküsst vor lauter Dankbarkeit, dass Sie mir ermöglichen bei meinem Kind in der Kinderklinik zu bleiben und die Klappliege und die Magenprobleme vom Krankenhausessen fnanzieren.

Wie schön, dachte ich, dass die Kassen erkannt haben, dass Mutter oder Vater rund um die Uhr beim Kind verhindern, dass das Kind ziemlich schnell lernt: Ich muss hier am lautesten Brüllen oder irgendwie den Monitor zum Piepen kriegen, dami sich einer um mich kümmert zu dessem Wohlbefinden und einer schnelleren Genesung beitragen.

Nun, klopfen Sie sich noch nicht selbst auf die Schulter, ich habe Ihre Gutmütigkeit ja länger als zwei Tage genießen dürfen. Am dritten Tag habe ich dann verstanden, dass eigentlich Sie mir die Füße küssen müssten, besser noch meine Arbeitsstunden bezahlen.

Mal ehrlich, was da als Großzügigkeit verpackt wird ist doch im Grunde nur ne Sparmaßnahme an Personal, oder? Welche Mutter beklagt sich schon, wenn sie sich um ihr Kind kümmern soll? Nicht, dass Sie mich missverstehen. Natürlich kümmere ich mich gerne um mein Kind. Wenn die Alternative in einer Kinderklinik aber ist, dass sich keiner kümmert, dann läuft da irgendetwas verkehrt.

Wie wärs, wenn Sie noch Schulungen einführen für Eltern? "Wie Sie Infusionsflaschen wechseln." Und "Welches Knöpfchen Sie drücken müssen, wenn der Monitor piept." Achso, und vielleicht verbieten Sie dann noch die vielen Schilder "Essenswagen für die Kinder - keine Selbstbedienung" und schlagen der Klinikleitung vor, dem begleitenden Elternteil beim Check-In den Schlüssel für den Windelschrank auszuhändigen. Dann können Sie nochmal mehr an Personlakosten sparen und die eine Nachtschwester auf der Säuglings- und Kinderstation könnte auch noch wegfallen.

Ja. Das ist wirklich clever, liebe Krankenkasse. Ich hoffe, Sie haben bei Ihren Sparmaßnahmen berücksichtigt, dass das begleitende Elternteil nach einer Woche als Schwester reif für die Klapse ist- bestenfalls für eine Kur..... und was das kostet?!

 

Fußküsse, lieber noch einen Scheck von Ihnen erwarte ich dann innerhalb der nächsten Woche.

Es dankt herzlichst

Ihre Schwester Hettwisch 

 

 

8.9.07 19:02


Falls Sie sich fragen, wo Ihre Krankenkassenbeiträge landen:

Bei mir!

Aber seien Sie so gut, und lesen erstmal weiter, bevor Sie mich verklagen.

Ich will Sie nicht lange mit meinen Wehwehchen langweilen, deswegen erspare ich Ihnen die Monate vor dem aktuellsten Fall. Dieser könnte etwas unübersichtlich werden. Dafür entschuldige mich im Voraus, möchte jedoch direkt anfügen, dass das in erster Linie daran liegen mag, dass ich selbst nicht mehr so ganz durchsteige.

Also.

Vor einigen Wochen suchte ich meinen HNO auf, weil mir immer wieder schwindelig wurde, ich das Gefühl hatte, mein Hals schwillt äußerlich an. Diagnose: Halsentzündung, Mittelohrentzündung - Antibiotika.

Kurze Zeit schwächten die Symptome ab, verschlimmerten sich aber dann wieder und wurden ergänzt durch plötzlich auftretende Müdigkeit, die mich fast zu lähmen schien. Ich ging zu meinem Hausarzt. Blutbild ergab nichts, außer erhöhten Entzünungswerten. Schilddrüsenultraschall in Ordnung.

Psychosomatisch. Und Kaffee und Nikotinkonsum - damit schickte mich der Hausarzt nach Hause. "Das Leben mit zwei Kindern ist halt sehr anstrengend, Frau Gedöns!"

Die Symptome verschlimmern sich weiter. Wieder zum Hausarzt: "Ja, Frau Gedöns, die Blutwerte waren ja okay." Sprciht er und denkt wahrscheinlich: Was will die denn schon wieder hier?

Er macht ein Ultraschall vom Bauch und dem Herz und will mich wegschicken. Ich bleibe hartnäckig und er überweist mich zum HNO.

Dieser stellt fest: Riesige Lymphknoten im Hals, geschwollene Mandeln (Hausarzt: "Der Rachen ist leicht gerötet"   - ab zum CT um Krebs auszuschließen.

Das CT ergibt viele viele Entzündungen. HNO im Urlaub, Termin zur Besprechung in drei Wochen. Ich telefoniere mit meinem Hausarzt, verordne mir mehr oder weniger selbst ein AB.

Der HNO ist aus dem Urlaub zurück, schaut sich die Bilder an und schickt mich zurück zum Hausarzt. Der soll ein Blutbild machen.

Mittlerweile ist wieder etwas Neues dazu gekommen, mein Kopf kribbelt wie blöde seit 6 Tagen, ich sehe unscharf.

Der Hausarzt fragt mich, was der HNO gesagt hat. Mehr nicht. Ich schildere die neuen Symptome. "Mmmh." Mehr nicht.

Als er mich dann mit ein paar warmen Worten aus der Praxis begleiten will, werde ich ein wenig unsachlich und schleudere ihm energisch entgegen, wenn es nach ihm ginge würde ich jetzt seit Monaten damit rumlaufen in der Annahme ich wäre einfach nur eine gestresste Mutter. Ob er mich weiterhin damit rumlaufen lassen will.

Okay, dann überweist er mich zum Augenarzt und zum Neurologen.

"Gerne. Aber nur, wenn Sie mir schriftl. bestätigen, dass Sie alles hier ausgeschlossen haben, was sie ausschließen konnten." Ne, wollte er nicht (es sei dazu gesagt, er hat nichts! gemacht, um das Kribbeln und die Sehstörung zu hinterfragen. Weder Blutdruck gemessen (Sieht er keinen Zusammenhang), noch nachgefragt.

Gestern war ich dann beim Augenarzt: Kurzes Leuchten in die Augen - ne, da kann ich nichts machen, da muss der Hausarzt Blut abnehmen.

Montag ist dann der Termin beim Neurologen.

Wissen Sie, es tut mir aufrichtig leid, dass Ihre Kassenbeiträge so verplempert werden. Ich persönlich bin ja für eine neue Gesundheitsreform: Ärzte abschaffen, die ihre Praxis nur als Verteilerzentrum für die Kollegen betrachten.

Ärzte abschaffen, bei denen mehr als das Semester "wie erkenne ich einen Schnupfen" nicht hängen geblieben ist.

Aber seien Sie beruhigt. Wenn der Neurologe mich am Monatg wieder zum Hausarzt zurück schickt, bekommt der Arzt nur noch Post von mir, die in Kopie an den Kölner Stadtanzeiger und die Krankenkasse geht.

 

MfG

Ich

 

 

18.8.07 08:45


Muttitrend

Da flitzt das Mutti eben noch nach dem nervenaufreibenden Arztbesuch mit Kind und Kegel zu einer bekannten Drogeriemarktkette, greift sich ein Doppelpack Feuchttücher und hechtet durch den Regen nach Hause.

Gute Wahl, denkt sie sich zuhause, denn der kleine Frosch steht kurz nach der Ankuft in der Ecke und wechselt die Gesichtsfarbe. "Pruda - ROT!" pflegte der große Frosch früher immer zu sagen.

Das Mutti knibbelt also die neue Packung auf und entgegen fällt ihr:

Ein Döschen "seidig zarter, langhaftender Lidschatten". Farbton schimpft sich "natural seaweed" und sieht ein wenig aus wie Spinat gegessen oben und Muttermilch getrunken unten.

Nun sitzt das Mutti nachdenklich vor besagtem Döschen und fragt sich, was das nun wieder bedeuten soll. "Eye shadow duo - in den Nuancen Spinatmuttermilchschiss! Damit Sie auch beim Hintern abputzen umwerfend aussehen!"

Oder wie?

Als ob nicht schon genug Druck auf uns Müttern lastet ;-)

 

16.8.07 17:29


NRW wird nass

Und es regnet weiter. Eine neblig graue Suppe liegt über der Stadt, der Fluß ist über die Ufer getreten und doppelt so breit wie gewohnt. Feuerwehrsirenen im Minutentakt. In einer Nacht - die Regenmassen eines Monats.

Nein, ich mecker nicht über das Wetter. Ich beobachte nur, wie die Natur uns vorführt in welches Ungleichgewicht wir sie gebracht haben.  

10.8.07 09:07


Just one *klick*

Es ist wirklich eingetroffen, wie ich es vermutet habe: Die Entscheidung aufzuhören, hat mich auch mit dem Herzen weggetragen von einem Ort, der mir einmal sehr viel bedeutet hat.

Ob die Distanz ersteinmal sein muss, um danach wieder Nah sein zu können, weiß ich noch nicht.

Momentan jedoch ist mir dieser Ort völlig fremd. 

Müde vom virtuellen Leben. Keine Lust mehr, konsumiert zu werden und Luft und Leben anderer zu konsumieren.

Just one klick. Mehr habe ich dem virtuellen Leben nicht gegeben.

Just one klick - dafür ist mir meine Zeit zu schade.

 

5.8.07 14:26


Das Ärztehasserbuch - eine Buchkritik

"Ein Insider packt aus", steht als Subline in blau unter der größeren roten Headline "Das Ärztehasserbuch".

Der Insider ist der Autor Werner Bartens selbst, studierter Mediziner, Germanist und Historiker. Seit 1997 Journalist und Autor, zwischen 1985 und 1996 selbst Teil der Medizin-Maschinerie, die er da in seinem Buch schonungslos offen legt. Seit 2005 Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen Zeitung.

(www.werner-bartens.de)

Mit einem kurzen Beipackzettel zur Anwednung des Buch beginnen die 239 Seiten Abrechnung. Bartens fasst die Intention des Buches zusammen ("Dieses Buch soll Ihre Wahrnehmung schärfen und Ihnen die Augen öffnen.", bringt den wahrscheinlich rechtlich wichtigen Satz "Es gibt viele gute Ärzte in diesem Land." unter und zeigt mit einem Augenzwinkern "Dosierung und Anwendung", "Risiken und Nebenwirkungen" seines Nähkästchens auf.

Es folgt eine "Selbstdiagnose", Bartens erklärt, warum er nach der "Verwandlung vom idealistischen Novizen im Medizinstudium zum abgebrühten Assistenzarzt" die Notbremse zieht.

Und dann packt der Insider also aus.

Einem Fallbeispiel folgt das nächste. Bis ungefähr zur Mitte des Buches schockt mich nichts von dem was ich lese wirklich. Unsensible Äußerungen von Ärzten, Panikmache auf der Basis ungenauer Diagnosemöglichkeiten, am Wochenende als Patient im Krankenhaus die Zeit abzuliegen... desöfteren hilflos der Arroganz von Ärzten gegenüber zu stehen, das ist mir nicht wirklich neu.

Interessanter ist da das Unternehmen Klinik / Arztpraxis aus Unternehmersicht. "Arabergestüte" in Kliniken waren mir bspw. auch neu: Eine Steigerung der Klassenteilung "Privatpatient - Kassenpatient" in die zusätzliche Kategorie "Barzahler".

Oder der Einblick in den Werdegang eines Arztes.

Die Art der Fallbeispiele spitzt sich allerdings immer mehr zu. Und spätestens als Bartens von Ober- und Assitenzärzten berichtet, die intern einen Wettkampf starten, wer den schnellsten Kaiserschnitt aufs OP-Parkett legt, bis eine junge Pakistani nach einem Kaiserschnitt innerlich und unbemerkt verblutet (der Zusammenhang sei nicht nachgewiesen, aber wahrscheinlich schreibt Bartens), ist bei mir die Verunsicherung da.

Genährt wird sie weiter durch das Beispiel einer Frau in meinem Alter, die nachdem ihr eine Metastase im Kopf entfernt wurde, bestrahlt wird und vom behandelnden Arzt ein Kortison-Präparat zum Einnehmen in die Hand gedrückt bekommt. Sie stirbt, nachdem sie erfolglos versucht hat den Arzt zu erreichen um die Dosierung zu erfahren, eine Woche später an inneren Blutungen, weil der Arzt ihr kein Säurehemmendes Medikamet dazu gab, das Kortison die Magenwand durchbrach und letztendlich trotz lebensbedrohlicher Symptome nicht ernst genommen wurde.

Als gebranntes Kind, das sich bisher den Optimismus bewahren konnte, ein Einzelfall zu sein, ein "Opfer" der Gesundheitsreformen, übernächtigten und überarbeiteten Ärzten, bleibt nach diesen Beispielen erst einmal nur Angst.


Der Zynismus, mit dem sich der Autor am Ende des Buches an seine ehemaligen Kollegen wendet nimmt mir als Leser jede Hoffnung, dass sich durch dieses Buch etwas verändern könnte und gibt den faden Beigeschmack, dass das Buch in erster Linie eine Abrechnung des Autors mit seiner Zunft ist. Er bedient sich der Sprache seiner ehemaligen Kollegen, die er vorher verurteilt. Rheotorisches Mittel, die "gleiche Sprache" zu sprechen? Oder fehlende Distanz?

Mein Fazit: Von einem Wissenschaftsredakteur der Süddeutschen-Zeitung hätte ich mehr erwartet, als der Beziehung zwischen Arzt und Patient noch das letzte Fünkchen Vertrauen zu entziehen.

Bleibt zu hoffen, dass die in die Ecke gedrängten Ärzte, die nun prüfen müssen, ob der Schuh des Buches passt, nebenbei noch das wenig Konstruktive herauslesen können und es vorallem an sich heran lassen.

 

 

30.7.07 10:11


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